Was lange währt, wird gut! Oder wie heißt es so schön?! Manchmal treffen die ältesten Sprichwörter den Nagel auf den Kopf. Nach unzähligen zumindest gedanklichen Versuchen Maria anzusprechen, habe ich es vor kurzem tatsächlich geschafft.
Ich wollte mir am Nachmittag kurz vor Feierabend noch einen Kaffee aus der Büroküche holen. Es waren kaum noch Kollegen dar und ich dachte nicht, dass ich dort noch jemanden antreffen würde. Aber dann stand sie da, schöner als jemals zuvor und lächelte mich an, schöner als ich es mir erträumt habe. Nach einem sehr piepisigen „Hey“ schenkte ich mir einen Kaffee ein und nahm allen Mut zusammen und fragte, ob sie auch einen haben möchte. Ich Trottel habe natürlich übersehen, dass sie ja schon einen in der Hand hielt. Vielleicht war es meine tollpatschige Art, aber sie lachte über meinen Fauxpas und sie fragte mich, wie es denn so läuft und ob ich mich gut eingewöhnt hätte. Das Eis war gebrochen, naja fast. Erst wusste ich nicht genau, ob das nur nett gemeint war und mehr so ein Alibi-Small-Talk darstellen sollte. Daher gab ich ihr kurze aber knackige Antworten. Als sie mich fragend ansah und meinte, ob es das schon gewesen war, nahm ich noch mal meinen allerletzten Mut zusammen und bot ihr ziemlich lässig an, ihr mehr zu erzählen bei einer Tasse Kaffee oder zur Abwechslung Tee nach der Arbeit. Nach kurzem Zögern sagte sie ja und gab mir ihre Privatnummer. Ich habe sie noch im Büro angerufen und mich für den gleichen Abend verabredet! Und es scheint zu passen. Noch ist es zwar zu früh, um für die Zukunft zu planen, aber der Anfang ist gemacht! Und jetzt noch eine allgemeine aber wichtige Info am Rande: wenn ihr wirklich Interesse an einer Frau habt, zögert nicht lange und ruft sofort an. Das obligatorische Abwarten und Schauen was passiert, ist absolut überholt. Die meisten Frauen stehen gar nicht auf solcher Spielchen und mögen es, wenn Männer sofort zur Sache kommen.
Hey meine Lieben, ich melde mich mal wieder aus der Hauptstadt zurück. Mir geht es nach wie vor Spitze hier und langsam fühle ich mich auch wie ein richtiger Großstadt-Mensch. Morgens in der überfüllten U-Bahn zur Arbeit fahren, egal wohin man blickt, nur müde Gesichter – das ist irgendwie schön. Ich habe mir mittlerweile auch alles angeguckt, was so für Neulinge empfohlen wird. Und auch schon eine Stammkneipe bei mir in Lichtenberg gefunden, wo auch alle großen Fußballspiele übertragen werden. Das war eine lustige Sache, denn erst war ich in einem ziemlichen miesen Schuppen gelandet. Je später der Abend und je betrunkener die Gäste wurden, umso klarer trat ihr Rassismus zum Vorschein. Ich habe es ja eigentlich nur als Blödsinn aufgefasst, aber leider ist es wahr, dass es hier in Berlin-Lichtenberg relativ viele Deutsche mit einer sehr zweifelhaften Gesinnung gibt. Also bin ich schnell von dieser Kneipe in die nächste geflüchtet, wo mich eine junge Araberin an der Theke begrüßte. Da wusste ich: Hier bin ich definitiv mehr Zuhause als gegenüber!